Knospen blühn

Knospen blühn in tausend Farben
Beeren werden Marmeladen
Vogelsang und Bienenbrummel
Wiesen- Stein und Ackerhummeln
rasen emsig durch das Gras
Kinderaugen durch das Glas
Papa im Feld, Puppe im Schoß
der Baum im Garten ewig groß
man sagt der Horizont kennt keinen Rand
doch passt er klar in meine Hand
und aus dem Schlund der fernen Weiten
prall gefüllte Wolken schreiten
Wind und Wetter eng verschworen
die Wäsche draußen gilt verloren
Blitz und Donner, die Erde bebt
und nichts was stand, danach noch steht

Angst und Atem rastlos rattern
Lungenflügel kraftlos flattern
alte Höhen in weiter Ferne
neue Tiefen, oh wie gerne
würd ich euch erzählen
von dem Ozean aus Licht
von seinen Wellen und der Gischt
den Gezeiten, die hier treiben
den Momenten, die hier bleiben
keine Sicht und doch so klar
keine Wahrheit und doch so wahr
wie die Knospen und ihre tausend Farben
der alte Bär und seine tausend Narben
Leben geschaffen, Honig genascht
fleißig die eine Wahrheit erhascht:
jeder Atem ein Geschenk